Sonntag, 15. Februar 2026, 18 Uhr – Vortrag von Martin Empsom „500 Jahre seit dem Deutschen Bauernkrieg: Revolution, Reformation und Religion“
Im Jahr 1525 kam es in weiten Teilen des Heiligen Römischen Reiches zu Aufständen. Bauernarmeen fegten über das Land, belagerten Städte, zerstörten Burgen und brannten Klöster nieder, bevor sie durch brutale und gewaltsame Unterdrückung niedergeschlagen wurden – möglicherweise kamen dabei 100.000 Menschen ums Leben. Die revolutionären Bauern waren zum Teil von den frühen Ideen der deutschen Reformation inspiriert, obwohl sie diese oft in radikal neue Richtungen weiterentwickelten. In diesem Vortrag spricht Martin Empson, Autor des neuen Buches „‘Die Zeit der Ernte ist da!‘ Revolution, Reformation und der Deutsche Bauernkrieg“, über die Ereignisse dieser „vergessenen Revolution“ und diskutiert die Bedeutung des religiösen Radikalismus für den Aufstand und dessen Einfluss auf utopische Denker wie Thomas Müntzer und Michael Gaismair.
Der Vortrag ist auf Englisch, das Buch gibt es auf Englisch und auf Deutsch zu kaufen.

Sonntag, 15. März 2026, 18 Uhr – Vortrag von Philip Morey: „William Tyndale: Fighter for the Bible in English”
Ebenfalls vor 500 Jahren wurde die erste englische Übersetzung des gesamten Neuen Testaments veröffentlicht. Die Übersetzung stammt von William Tyndale. Er lernte Griechisch und Hebräisch in Deutschland und den Niederlanden und veröffentlichte über einen Zeitraum von zehn Jahren gegen alle Widrigkeiten Übersetzungen des gesamten Neuen Testaments und der Hälfte des Alten Testaments aus den jeweiligen Originalsprachen ins Englische. Um sein Lebensziel zu verwirklichen, nahm er ein Leben als mittelloser Exilant in Kauf, wurde als Ketzer verurteilt und 1536 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Nur wenige Monate später wurde eine vollständige englische Bibel, die zu zwei Dritteln sein Werk war, in Antwerpen gedruckt und mit Genehmigung von Heinrich VIII. in Großbritannien verkauft. Doch wurde sein Name nicht genannt, auch nicht in der King James Version von 1611, die auf seinen Übersetzungen fußt und über 350 Jahre lang die Bibel der englischen Welt war.
Von William Tyndale berichtete Philip Morey bereits in der vorletzten Ausgabe unseres Gemeindebriefes vom Sommer 2025 und auf Radio 4 in Programmen über Tyndale am 4. Januar 2026. Am 15. März wird er in der Martin-Luther-Kirche in einem Vortrag in englischer Sprache mit Bildern uns weitere Einzelheiten erzählen.